Visionen umsetzen

Wie Visionen unser Gehirn und unsere Arbeit verändern

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, sondern erzähle ihnen von der Sehnsucht und Schönheit des weiten Meeres.“ So beschreibt der weltberühmte Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry die Methode, wie Menschen am besten zu begeistern sind. Für Visionen benötigen wir Begeisterung.

Ist Dopamin die Zauberdroge, aus der Visionen gemacht werden?

Visionen umsetzen

Foto: AFNB GmbH

Aktuelle wissenschaftliche Beiträge aus unterschiedlichen Fachgebieten zeigen, dass geniale Ideen und Gedanken nicht vom Himmel fallen. Die Erkenntnisse verdanken wir vor allem den modernen bildgebenden Verfahren der Neurowissenschaften. Innovative Geistesblitze stimulieren die Ausschüttung körpereigener Drogen.

Eine positive Erwartungshaltung löst mehr als alles andere die verstärkte Freisetzung des „Vorfreude-Hormons“ Dopamin aus. Dieses Hormon wiederum lässt neue Nervenzellen sprießen, die uns Lust machen auf das zukünftige Ziel. Dabei ist es gleichgültig ob es sich nun um einen bevorstehenden Urlaub, ein neues Projekt oder eine andere „Belohnung“ handelt. Folglich sollte ein Chef alles dafür tun, damit sein Team von seiner Vision und seinem Ziel überzeugt und begeistert ist. Damit Veränderungen gelingen braucht jeder im Team eine positive Vorstellung über die Zukunft.

Entwicklung und Wachstum sind keine Frage des Alters

„Was Fritzchen nicht gelernt hat, lernt Fritz nimmermehr.“ Das war ein über viele Generationen gültiger pädagogischer Lehrsatz. Die Lern- und Entwicklungstheorien sämtlicher namhafter Pädagogik- oder Psychologielehrstühle weltweit waren sich einig: Nach Kindheit, Jugend und frühem Erwachsenenalter war das Gehirn funktionell und strukturell ausgereift. Bis vor einigen Jahren galt selbst auch in den Neurowissenschaften der Grundsatz, dass die biochemischen Prozesse des Gehirns das Denken hervorbringen. Heute zeigen immer mehr Studien der modernen Hirnforschung, dass diese Kausalkette auch umkehrbar ist: Das Denken formt das Gehirn.

Neue Gedanken schaffen ein neues Gehirn

Vom Leistungssport kennen wir den Grundsatz, dass ein Muskel umso mehr gestärkt wird, je besser wir ihn trainieren. Die Sportmedizin nennt diesen Leistungszuwachs „Superkompensation“. Das bedeutet so viel wie Mehrausgleich. Struktur und Funktion des beanspruchten Muskels passen sich an die höheren Anforderungen an. Wie ein Muskel beim Hanteltraining, kann auch das Gehirn trainiert werden. Der Blick auf sämtliche Studien der Resilienz- und Glücksforschung der letzten Jahrzehnte bringt Erstaunliches hervor: Die neuronale Plastizität erweist sich als wesentlich größer, als in der Vergangenheit angenommen. Damit ist eine langjährige Lehrmeinung widerlegt. Früher dachte man, dass das Gehirn über eine mehr oder weniger festgefügte Struktur verfügt, die die geistig-seelischen Fähigkeiten begrenzen. Aber durch neues Denken entstehen neue Verbindungen zwischen Nervenzellen. Werden diese neuen Gedanken fortan häufig gedacht, wird aus dem schmalen „Trampelpfad“ im Gehirn nach und nach eine „dreispurige Autobahn“. Wir haben also selbst in der Hand, was unser Gehirn lernt. Unabhängig vom Alter.

Kopf oder Bauch – wo entstehen die besten Visionen?

Wie Visionen entstehen

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„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“ Dieses bekannte Zitat von Albert Einstein bringt es auf den Punkt: Wirkliche Innovation kann nur durch Intuition entstehen. Niemand glaubte Steve Jobs Anfang der 1980ziger Jahre, dass in naher Zukunft jeder Mensch einen Personal Computer erwerben kann. Seine Vision wurde mitleidig belächelt. Aber Steve Jobs revolutionierte in den folgenden Jahrzehnten die Computerwelt. Sein Werbeslogan „Think different“ wurde zum Synonym für visionäres Unternehmertum. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie wenig logisches Denken bei der Vorhersage zukünftiger Ereignisse hilft.

Wie können wir unser kreatives Potential verbessern?

Kreativität verbessern

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Wissen ist begrenzt – Phantasie unendlich. Die Ratgeber in den Medien zum Thema „Hirntuning“ sind schier grenzenlos. Sie reichen von rein gesundheitlichen Empfehlungen bis hin zu Themen wie Schlaf und Entspannung, Ernährungsrezepte, sportliche Brainfit-Angebote, Psychopillen oder elektrischen Hirnstimulation. Eine besondere Form des Hirntunings bieten meditative Techniken. Sie verbessern vor allem die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit. Um unsere kreativen Ressourcen freizulegen, können wir also unsere Entspannungsfähigkeit trainieren. Denn nur ein relaxtes Gehirn ist frei in seinem Denken. Oder wir sind per se begeistert vom eigenen Tun. Aber auch in diesem Fall bedarf es außerordentlicher Konzentration, um sein Gehirn wachsen zu lassen.

Denken Sie einmal an besonders kreative Visionäre wie Steve Jobs, Bill Gates, Picasso oder Mozart. Schaut man sich ihre Lebensläufe an, so fallen bei allen der enorme Fleiß und die außergewöhnliche Hingabe auf. Nicht das Talent ist ausschlaggebend für den Erfolg einer visionären Idee, sondern die Beharrlichkeit. Damit ein Mensch über einen längeren Zeitraum seine Idee weiterverfolgt und sich trotz möglicher Rückschläge nicht entmutigen lässt, braucht er Begeisterung und Enthusiasmus.